|
Der Großen Koalition aus Union und SPD werden
von gut der Hälfte der Wirtschaftsjournalisten „konstruktive und
qualifizierte Lösungsbeiträge“ zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland
bestätigt. Die jetzige Bundesregierung erreicht damit bei
Wirtschaftsjournalisten nur die gleiche Wertschätzung der
Wirtschaftskompetenz wie die Schröder/Fischer-Regierung im Jahre 2005.
Dies belegt die Jahresumfrage des Heroldsberger
Wirtschaftsforschungsinstituts Dr. Doeblin bei 308
Wirtschaftsjournalisten im Juni 2006.
Der Einstieg in eine gemeinsame Koalition hat
allerdings den Bundestagsfraktionen von Union und SPD ein besseres
Image bei der Wirtschaftspublizistik verschafft. Sowohl die Unions-Fraktion
wie auch die SPD-Fraktion legten gegenüber dem Vorjahr um 4% zu – die
Unions-Fraktion von 34 auf 38%, die SPD-Fraktion von 23 auf 27%. Die
SPD-Fraktion hat damit ihren Tiefststand von nur 15% aus dem Jahre 2004
endgültig überwunden.
FDP im Plus - Grüne verlieren
Für die
Oppositionsfraktionen ergibt sich ein gemischtes Bild: 40% der
Wirtschaftsjournalisten – 12% mehr als 2005 – sind der Ansicht, die FDP
präsentiere konstruktive und qualifizierte Lösungsbeiträge zur Stärkung
des Standortes Deutschland. Die Liberalen erreichen damit fast wieder das
Ansehen, über dass sie 1996, in der Mitte der
letzten Legislaturperiode der Regierung Kohl, verfügten, als ihnen 43%
der Wirtschaftsjournalisten Wirtschaftskompetenz bestätigten. Sie sind
jetzt die Fraktion im Bundestag, der die Wirtschaftsjournalisten die
höchste Wirtschaftskompetenz zuweisen.
Dagegen ist für die Grünen der Abschied aus Regierungsarbeit
offensichtlich mit Verlusten an Wirtschaftskompetenz einhergegangen: nur
noch von 21% der Wirtschaftsjournalisten erhält die Bundestagsfraktion
von Bündnis 90/Die Grünen gute Image-Noten, 3% weniger als 2005 und sogar
12% weniger als 2003.
Bundesländer mit Image-Verlusten
Einen
kontinuierlichen Imageverlust bei der Wirtschaftspublizistik erleiden
auch die Bundesländer. Noch vor fünf Jahren waren 45% der
Wirtschaftsjournalisten von der Wirtschaftskompetenz der Unions-geführten
Bundesländer beeindruckt. Der Wert sank in 2006 auf 33%, nach 39% in
2005. Wenig erfreulich auch die Werte der SPD-geführten Bundesländer: nur
noch 12% der Wirtschaftsjournalisten schätzen ihre Wirtschaftskompetenz –
4% weniger als 2005 und sogar 16% weniger als in 2001.
BDI mit höchstem Ansehen, Gewerkschaften auf
niedrigem Niveau
Unter den
Verbänden darf sich besonders der BDI der Wertschätzung der
Wirtschaftsjournalisten erfreuen: 50% der Wirtschaftsjournalisten
bestätigen dem Dachverband der Wirtschaft konstruktive und qualifizierte
Lösungsbeiträge (2005: 47%). Allerdings hat auch das Ansehen des BDI im
Laufe der Jahre gelitten: vor fünf Jahren erreichte der BDI noch einen
Wert von 67%.
Rückläufig sind auch die Image-Werte der Gewerkschaften. DGB (16%),
ver.di und IG Metall (jeweils 11%) verlieren im Vorjahresvergleich
jeweils einige Prozente. Dies gilt zwar auch für die IG Bergbau, Chemie,
Energie – aber immerhin nimmt die als moderat geltende Gewerkschaft mit
19% die Spitzenposition unter den Arbeitnehmervertretungen ein.
Ablehnung von Doppeljobs in Bundestag und
Verband
Deutliche
Ablehnung findet bei Wirtschaftsjournalisten das aktuell diskutierte
Nebeneinander von Bundestagsmandat und Verbandsführung. Drei Viertel der
Wirtschaftsjournalisten stimmen der Aussage zu: „Vorsitzende und
Geschäftsführer von Verbänden sollten nicht gleichzeitig als Abgeordnete
für eine Partei im Bundestag sitzen.“
Pressekontakt:
Dr. Doeblin Gesellschaft für Wirtschaftskommunikation mbH
Großgeschaidt 179
90562 Heroldsberg
Telefon
(0 91 26) 84 33
Telefax (0 91 26) 80 05
E-Mail: doeblin@wp-online.de
|