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Pressemitteilung vom 13. Juli 2006

Wirtschaftsjournalisten-Umfrage:
Kein Image-Gewinn für Große Koalition

Opposition mit gemischtem Bild:
FDP legt stark zu, Bündnis 90/Die Grünen verlieren deutlich /
Wirtschaftsjournalisten lehnen Doppeljobs in Bundestag und Verband ab

Der Großen Koalition aus Union und SPD werden von gut der Hälfte der Wirtschaftsjournalisten „konstruktive und qualifizierte Lösungsbeiträge“ zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland bestätigt. Die jetzige Bundesregierung erreicht damit bei Wirtschaftsjournalisten nur die gleiche Wertschätzung der Wirtschaftskompetenz wie die Schröder/Fischer-Regierung im Jahre 2005. Dies belegt die Jahresumfrage des Heroldsberger Wirtschaftsforschungsinstituts Dr. Doeblin bei 308 Wirtschaftsjournalisten im Juni 2006.

 

Der Einstieg in eine gemeinsame Koalition hat allerdings den Bundestagsfraktionen von Union und SPD ein besseres Image bei der Wirtschaftspublizistik verschafft. Sowohl die Unions-Fraktion wie auch die SPD-Fraktion legten gegenüber dem Vorjahr um 4% zu – die Unions-Fraktion von 34 auf 38%, die SPD-Fraktion von 23 auf 27%. Die SPD-Fraktion hat damit ihren Tiefststand von nur 15% aus dem Jahre 2004 endgültig überwunden.

 

FDP im Plus - Grüne verlieren
Für die Oppositionsfraktionen ergibt sich ein gemischtes Bild: 40% der Wirtschaftsjournalisten – 12% mehr als 2005 – sind der Ansicht, die FDP präsentiere konstruktive und qualifizierte Lösungsbeiträge zur Stärkung des Standortes Deutschland. Die Liberalen erreichen damit fast wieder das Ansehen, über dass sie 1996, in der Mitte der letzten Legislaturperiode der Regierung Kohl, verfügten, als ihnen 43% der Wirtschaftsjournalisten Wirtschaftskompetenz bestätigten. Sie sind jetzt die Fraktion im Bundestag, der die Wirtschaftsjournalisten die höchste Wirtschaftskompetenz zuweisen.

Dagegen ist für die Grünen der Abschied aus Regierungsarbeit offensichtlich mit Verlusten an Wirtschaftskompetenz einhergegangen: nur noch von 21% der Wirtschaftsjournalisten erhält die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen gute Image-Noten, 3% weniger als 2005 und sogar 12% weniger als 2003.

 

Bundesländer mit Image-Verlusten
Einen kontinuierlichen Imageverlust bei der Wirtschaftspublizistik erleiden auch die Bundesländer. Noch vor fünf Jahren waren 45% der Wirtschaftsjournalisten von der Wirtschaftskompetenz der Unions-geführten Bundesländer beeindruckt. Der Wert sank in 2006 auf 33%, nach 39% in 2005. Wenig erfreulich auch die Werte der SPD-geführten Bundesländer: nur noch 12% der Wirtschaftsjournalisten schätzen ihre Wirtschaftskompetenz – 4% weniger als 2005 und sogar 16% weniger als in 2001.

 

BDI mit höchstem Ansehen, Gewerkschaften auf niedrigem Niveau
Unter den Verbänden darf sich besonders der BDI der Wertschätzung der Wirtschaftsjournalisten erfreuen: 50% der Wirtschaftsjournalisten bestätigen dem Dachverband der Wirtschaft konstruktive und qualifizierte Lösungsbeiträge (2005: 47%). Allerdings hat auch das Ansehen des BDI im Laufe der Jahre gelitten: vor fünf Jahren erreichte der BDI noch einen Wert von 67%.

Rückläufig sind auch die Image-Werte der Gewerkschaften. DGB (16%), ver.di und IG Metall (jeweils 11%) verlieren im Vorjahresvergleich jeweils einige Prozente. Dies gilt zwar auch für die IG Bergbau, Chemie, Energie – aber immerhin nimmt die als moderat geltende Gewerkschaft mit 19% die Spitzenposition unter den Arbeitnehmervertretungen ein.

 

Ablehnung von Doppeljobs in Bundestag und Verband
Deutliche Ablehnung findet bei Wirtschaftsjournalisten das aktuell diskutierte Nebeneinander von Bundestagsmandat und Verbandsführung. Drei Viertel der Wirtschaftsjournalisten stimmen der Aussage zu: „Vorsitzende und Geschäftsführer von Verbänden sollten nicht gleichzeitig als Abgeordnete für eine Partei im Bundestag sitzen.“

 

Pressekontakt:
Dr. Doeblin Gesellschaft für Wirtschaftskommunikation mbH
Großgeschaidt 179
90562 Heroldsberg

Telefon (0 91 26) 84 33
Telefax (0 91 26) 80 05
E-Mail:
doeblin@wp-online.de